Das Blumenthaler-Fibischer Heimattreffen 2017

Das 20. Blumenthaler-Fibischer Heimattreffen fand am 4. Juni 2017 in Eutingen bei Pforzheim statt. Obwohl es in der Nacht stark regnete und es am frühen Morgen nicht nach Sonnenschein aussah, fanden sich über 160 Landsleute ein, um gemeinsam der alten Heimat zu gedenken und um ein Wiedersehen wie einst zum Kirchweihfest zu feiern.



Nach einem gemeinsamen Mittagessen fand der Festgottesdienst im Vereinsheim statt. Eröffnet wurde der Gottesdienst mit dem Einzug der Prozession mit Kreuz und Fahnenträgerinnen. Herr Dr. Joachim Dummer zelebrierte den Gottesdienst, der musikalisch vom Kirchenchor unter der Leitung von Horst Metzler an der Orgel umrahmt wurde. Herr Dummer sprach den Festgästen aus der Seele, nie die Heimat zu vergessen, das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu pflegen und die schwäbische Tradition im Land unserer Ahnen weiterzuführen. Denn das ist ein wesentlicher Teil des eigenen Lebens. Als die Glocken der Blumenthaler Kirche läuteten, erklangen die Stimmen zum Lied „Glocken der Heimat“ um so inbrünstiger.

Dorothea Schlimmer, die Vorsitzende der Heimatortsgemeinschaft Blumenthal-Fibisch, begrüßte die Ehrengäste und hieß alle Landsleute willkommen. Es wurde die Banater Hymne gesungen und in einer Schweigeminute gedachte man den 44 verstorbenen Landsleuten der letzten zwei Jahre. Umso erfreuter war man über die zahlreichen Kinder, die das Licht der Welt erblickten. Die beiden ältesten Frauen Margarethe Kraschansky und Katharina Spetcu sowie die ältesten Männer Helmuth Linepitz und Anton Prinz aus Fibisch und Blumenthal wurden willkommen geheißen. Denn sie haben trotz ihres fortgeschrittenen Alters, den nicht wenig anstrengenden Weg nach Eutingen zum Heimattreffen gefunden.

Desgleichen überbrachte sie die Grüße des Bundesvorstandes der Banater Schwaben und seinem Vorsitzenden Herrn Peter Dietmar Leber. Sie ließ die Arbeit der Vorstandschaft Revue passieren.

Das heiß begehrte Familienbuch von Blumenthal und Fibisch ist noch in Bearbeitung. Für die Fertigstellung des Buches fehlen lediglich noch 15 Jahre (1980-1995), sowie die letzte Kontrolle der Arbeit. Neben den Blumenthaler Kirchenmatrikeln ist sie auch im Besitz aller Gemeindeakten von Blumenthal, die sich im Temesvarer Staatsarchiv befinden.
Es tut Frau Hertha Schwarz leid, dass sie nicht – wie ursprünglich geplant – das Buch bereits 2015 abschließen konnte. Andererseits meint sie, war die ungewollte Verzögerung von Vorteil, denn es konnten weitere Daten beschafft werden, und nicht zuletzt legt sie großen Wert darauf, dass das Buch nicht nur eines der üblichen Familienbücher sein wird, sondern den wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Somit kann mit der Ausgabe – unter Vorbehalt – bis Ende des Jahres gerechnet werden.
Ernst Wuchner, der Kassenwart, legte einen ausgeglichenen Rechenschaftsbericht vor, der von allen Anwesenden mit Wohlwollen angenommen wurde.

Im März 2017 ist Walter Papp, ein Urgestein der HOG, verstorben. Als Nachfolger stellte sich Ralph Papp zur Verfügung. Er ist der neue EDV/Datenverwalter und für das Ressort „Heim und Familie“ zuständig. Alle Ereignisse können ab sofort an Ralph Papp gemeldet werden.
Da immer weniger Angehörige für die Instandhaltung der Gräber ihrer Verstorbenen in Blumenthal den Beitrag leisten können, wird die Vorstandschaft der HOG zusammen mit dem Blumenthaler Pfarrer Herr Lunic und dem Bürgermeister Ionel Lupu nach neuen Lösungen suchen. Denn eines wollen wir nicht, dass die Gräber unserer Verstorbenen verkommen, sondern sie sollen als Zeitzeugen unserer Kultur und Geschichte dort verbleiben.
Der Fibischer Friedhof wird von den Menschen vor Ort gepflegt. Die beiden Kirchen sind von außen in einem guten Zustand. Jedoch weist die Blumenthaler Kirche innen erhebliche Schäden an der Decke auf. Die Reparaturen können nur in Absprache mit der Diözese und dem Pfarrer durchgeführt werden.

Adolf Gutekunst, der Ehrenvorsitzende der HOG, wies in seiner markanten Rede daraufhin, dass der Friedhof zwei- bis dreimal im Jahr gemäht wird. Ein englischer Rasen darf nicht erwartet werden, denn das Heu wird zur Fütterung verwendet. Ebenso fordert er ein, dass der Friedhof weiterhin gepflegt werden soll.
Zur Auflockerung wurden Gedichte in breitem Blumenthaler Dialekt mit Hintergrundmusik von den Damen des Vorstandes vorgetragen.
Nach diesem hitzigen Thema sehnte man den angenehmen Teil des Abends herbei. Die Blumenthaler Musikanten unter der Leitung von Josef Altenbach spielten zum Tanz auf. Es folgten im Rhythmus Walzer auf Polka bis den Tanzenden die Luft wegblieb. Es wurde viel gelacht und gesungen, man war froh, dabei gewesen zu sein.
Ein herzliches Dankeschön geht an alle Vorstandsmitglieder und alle Helfer, die zum Gelingen dieses Heimattreffens beigetragen haben, sowie an alle Teilnehmer für diesen unvergesslichen Heimattag.

(dss, 11.06.2017)